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Deutschland stellt neue Maßnahmen zur Reduzierung des Gasverbrauchs vor

Di, 21/06/2022

Die deutsche Regierung hat neue Maßnahmen zur Begrenzung des Gasverbrauchs und zur vorrangigen Befüllung der Gasspeicher vor dem Hintergrund der reduzierten russischen Lieferungen vorgestellt. Der Plan umfasst eine stärkere Abhängigkeit von der Kohleverstromung, ein Auktionssystem, das Anreize für einen geringeren Verbrauch in der Industrie schaffen soll, sowie Kreditlinien in Höhe von 15 Milliarden Euro über die staatliche Investitions- und Entwicklungsbank KfW für die Gasmarktbetreiber des Landes, um die Gasspeicher schneller zu füllen. Das Land beabsichtigt insbesondere, die Gaserzeugung in einigen Kraftwerken zu bestrafen und sie effektiv aus dem Markt zu nehmen. Darüber hinaus sollen 10 GW an Kohle-, Braunkohle- und Ölkraftwerken für den Fall einer kritischen Gasversorgungssituation zur Verfügung gestellt werden. Ein Gesetzentwurf, über den das Parlament voraussichtlich am 8. Juli 2022 abstimmen wird, sieht die Stilllegung von 2,6 GW Steinkohlekraftwerken vor und ermöglicht es, dass etwa 4,3 GW Steinkohle- und 1,6 GW Heizölprojekte, die sich derzeit in der Reserve befinden, für eine Übergangszeit bis zum 31. März 2024 auf den Markt zurückkehren können. Schließlich sieht der Gesetzentwurf auch vor, dass 1,9 GW Braunkohlekraftwerke für den Fall einer kritischen Situation mobilisiert werden können. Der Trading Hub Europe, der das bundesweite Gasmarktgebiet betreibt, ist verpflichtet, die Gasspeicher bis zum 1. Dezember 2022 zu 90 % zu füllen, mit Zwischenzielen von 65 % bis zum 1. August 2022 und 80 % bis zum 1. Oktober 2022.

Im März 2022 schlug das Land höhere Kapazitätsziele für erneuerbare Energien vor, um die Stromversorgung des Landes bis 2035 auf nahezu 100 % erneuerbare Energien zu bringen. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Plans, der darauf abzielt, die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Brennstoffen zu verringern und seine Energiesicherheit zu erhöhen. Das Land wird kurzfristig die Beschaffung von Flüssiggas durch beschleunigte Genehmigungsverfahren unterstützen, Biogas und die Wasserstoffwirtschaft fördern und mittel- und langfristig die Umstellung auf erneuerbare Energien in allen Sektoren anstreben. Deutschland wird auch Energieeinsparungen in Unternehmen und Neubauten fördern (Energieeffizienzstandard 55" ab 1. Januar 2023 verpflichtend, Mindestanteil von 65 % erneuerbarer Energien in jeder neu installierten Heizungsanlage ab 1. Januar 2024).

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