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Energienachrichten

Energiepolitik und regulatorische Verfahren

Die norwegische Regierung hat vorgeschlagen, ihr verbotenes Gebiet für die Ölförderung in den arktischen Gewässern des Landes (so genannte Eiskantengrenze) zu erweitern. Die neue Grenze liegt dort, wo im April von 1988 bis 2017 in 15% der Zeit Meereis auftrat, während die bisherige Grenze auf einer Wahrscheinlichkeit von 30% und den Jahren zwischen 1967 und 1989 basierte. Die neue Linie bleibt ausreichend weit nördlich und hat keinen Einfluss auf bestehende Explorationslizenzen. Der neue Vorschlag für die verbotene Zone wird dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt.

Die chilenische Regierung hat ihren aktualisierten Nationalen Entschlossenen Beitrag (Nationally Determined Contribution - NDC) vorgelegt, in dem sie ihre Klimaverpflichtungen bis 2030 mit Blick auf die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 darlegt.

Die Europäische Kommission hat beschlossen, den 30. April 2020 als Frist für die Abgabe von Emissionszertifikaten im Rahmen des Emissionshandelssystems (ETS) durch europäische Unternehmen beizubehalten, da die bestehenden Regeln den Unternehmen genügend Flexibilität bieten, um zu diesem Zeitpunkt verifizierte Emissionsberichte einzureichen.

Die nationale Energieregulierungsbehörde Südafrikas (NERSA) hat zwei Aufforderungen zur Stellungnahme bezüglich der Beschaffung von fast 2 GW neuer Stromkapazität durch das Ministerium für mineralische Ressourcen und Energie (DMRE) veröffentlicht.

Singapur beabsichtigt, die Menge an Treibhausgasemissionen (THG), die es von seinem Höchststand im Jahr 2030 erzeugen wird, bis 2050 zu halbieren. Gemäss seiner langfristigen Strategie für eine emissionsarme Entwicklung rechnet das Land mit einem Ausstoss von 33 MtCO2eq im Jahr 2050, gegenüber 65 MtCO2eq im Jahr 2030. Das neue Ziel, das ein neues THG, Stickstofftrifluorid (NF3), umfasst, wird in Singapurs Aktualisierung des national festgelegten Beitrags (NDC) im Jahr 2020 aufgenommen werden.

Die indonesische Regierung plant, vor Ende 2020 ein experimentelles Emissionshandelssystem einzurichten. Es würde die Stromerzeugung, die Zementproduktion, Düngemittel sowie Zellstoff und Papier umfassen. Ein Verordnungsentwurf könnte dem Präsidenten im März 2020 zur Genehmigung vorgelegt werden. Nach der Pilotphase könnte das volle Emissionshandelssystem 2024 eingeführt werden.

Die Europäische Kommission hat den European Green Deal vorgestellt, ihren politischen Fahrplan, der darauf abzielt, die Klimapolitik zur neuen Wachstumsstrategie der Europäischen Union zu machen und den Kontinent bis 2050 klimaneutral zu stellen. Der Europäische Green Deal umfasst alle Wirtschaftssektoren, insbesondere Verkehr, Energie, Landwirtschaft, Gebäude und Industrien wie Stahl, Zement, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Textil und Chemie.

Energiemärkte

Nach Angaben der IRENA erhöte sich die globale Kapazität aller erneuerbaren Energien im Jahr 2019 um 7,4%. 176 GW an neuen Projekten wurden in Betrieb genommen, wodurch sich die weltweite Kapazität für erneuerbaren Energien auf 2.537 GW erhöhte.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und Russland haben sich nicht auf eine weitere Kürzung der Rohölproduktion geeinigt, um die Rohölpreise zu glätten. Nachdem der Ausbruch des Coronavirus das für 2020 prognostizierte Wachstum der weltweiten Ölnachfrage von 1,1 mb/d (Prognose vom Dezember 2019) auf 0,48 mb/d im Jahr 2020 gedämpft hatte, schlugen die 14 OPEC-Länder auf dem nächsten Treffen der OPEC und der Nicht-OPEC Mitglieder eine weitere Kürzung der Rohölförderung um 1,5 mb/d bis zum 30. Juni 2020 vor.

Nach Angaben von WindEurope wuchs die Windkraftkapazität Europas im Jahr 2019 dank der Installation von 15,4 GW um 8% und erreichte Ende des Jahres 205 GW. Die Neuinstallationen sind um 27% höher als im Jahr 2018. Diese Zahl muss jedoch verdoppelt werden, um die Ziele des Green Deal zu erreichen. Über 3/4 der Neuinstallationen waren Onshore-Windkraftanlagen (11,7 GW) und 1/4 Offshore-Windkraftanlagen (3,6 GW).

Die OPEC-Mitglieder und die verbündeten Ölproduzenten, die so genannte OPEC+, haben sich darauf geeinigt, ihre Rohölproduktion bis zu ihrem nächsten Treffen Anfang März 2020 um weitere 500.000 bbl/d zu kürzen. Diese Vereinbarung führt zu Gesamtanpassungen von insgesamt 1,7 mb/d. Darüber hinaus wird Saudi-Arabien seinen zusätzlichen freiwilligen Beitrag von 400.000 bbl/d fortsetzen, was zu Anpassungen von mehr als 2,1 mb/d führt. Russland hat eine Quote von 300.000 bbl/d für das erste Quartal 2020 vereinbart, wobei Gaskondensat nicht eingeschlossen ist.

Die australische Regierung hat mit dem Bundesstaat New South Wales (NSW) ein gemeinsames Finanzierungsabkommen in Höhe von 2 Mrd. AUD (1,4 Mrd. US$) abgeschlossen, um zwei zwischenstaatliche Stromübertragungsleitungen (die Verbindungsleitung HumeLink von Snowy Hydro zum südlichen NSW und das Projekt der Verbindungsleitung Queensland-NSW) zu entwickeln, Teile des Stromnetzes an der Ostküste zu modernisieren und Projekte zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu unterstützen.

Nach Angaben der indischen Regierung überschritt die installierte erneuerbare Energiekapazität in Indien im Dezember 2019 die Schwelle von 84 GW (84,4 GW), wobei die Windkraftkapazität 37.280 MW, die Solarkapazität 32.530 MW, die Biomassekapazität 9.940 MW und die Kleinwasserkraftkapazität 4.650 MW erreichte. Darüber hinaus befinden sich weitere 36,7 GW bereits in der Umsetzungsphase (25 GW Solar, 9,6 GW Windkraft, 1,4 GW Wind-Solar-Hybrid und 550 MW Kleinwasserkraft) und 29,6 GW werden ausgeschrieben (davon 25,8 GW Solar und 2,2 GW Wind).

Nach Angaben des dänischen Netzbetreibers Energinet betrug der Anteil der Windkraft am inländischen Stromverbrauch im Jahr 2019 47% und übertraf damit den bisherigen Rekord von 43% im Jahr 2017. Im Jahr 2018 betrug der Anteil der Windkraft 41% des dänischen Strombedarfs. Die Inbetriebnahme des von Vattenfall betriebenen 407-MW-Offshore-Windparks Horns Rev 3 vor der dänischen Westküste im Januar 2019 machte einen großen Teil der höheren Windstromerzeugung aus: Ende 2019 erreichte der Park mit einer Leistung von 1,7 TWh/Jahr seinen Vollbetrieb.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat seinen "Emissions-Gap-Bericht" veröffentlicht. Er darstellt aktuelle und geschätzte zukünftige Treibhausgasemissionen (THG) und aufzeigt, was zu tun ist, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen, wie im Pariser Abkommen von 2015 vereinbart wurde.

Unternehmen

Der russische Antimonopoldienst (FAS) hat dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung (73,3%) an dem deutschen Energiekonzern Uniper durch den finnischen Energiekonzern Fortum endgültig zugestimmt und damit den Weg für den Abschluss der Transaktion nach einer zwei-jährigen Blockade geebnet.

Saudi-Arabien hat angekündigt, seine staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco an die inländische Börse bringen zu wollen, was zu einem der größten Börsengänge (IPOs) werden könnte. Der Börsengang wird in zwei Tranchen aufgeteilt, eine für institutionelle Investoren und eine für Privatanleger; saudische Investoren und Inländer haben Anspruch auf Bonusaktien (bis zu 100 Bonusaktien pro 10 zugeteilte Aktien). Der Zeitraum der Operation und das Volumen der zu kotierenden Aktien wurden nicht festgelegt. Der IPO-Prospekt könnte am 9. November 2019 veröffentlicht werden.

Prognosen

Nach Angaben der US Energy Information Administration (EIA) wird sich die Lücke zwischen Gasexporten und -importen in den Vereinigten Staaten in den Jahren 2020 und 2021 voraussichtlich vergrößern: Die US-Gasexporte dürften die Gasimporte im Jahr 2020 um durchschnittlich 7,3 Mrd. Kubikfuß pro Tag (ca. 206 Mio. Kubikmeter pro Tag oder 75 Mrd. Kubikmeter pro Jahr) und 2021 um 8,9 Mrd. Kubikfuß pro Tag (252 Mio. Kubikmeter pro Tag oder 92 Mrd. Kubikmeter pro Jahr) übersteigen.

Nach Angaben des russischen Energieministeriums dürfte die Modernisierung der Energieinfrastruktur des Landes bis 2024 mindestens 250 Mrd. RUB (3,9 Mrd. USD) kosten. Das schließt den Ausbau des Stromübertragungsnetzes mit 6.000 km neuen Stromleitungen und mehr als 3.500 MVA Transformatorkapazität ein. Im Bereich der Stromerzeugung plant Russland die Modernisierung von 41 GW thermischer Kraftwerke, um die Kosten der Stromerzeugung zu senken und 4 GW neue Stromerzeugungskapazität in Betrieb zu nehmen. Insgesamt werden fast 157 Mrd. RUB (2,5 Mrd.

Infrastruktur & Investitionen

Die Türkei und Aserbaidschan haben die Gasverbindungsleitung der Trans-Anatolischen Erdgaspipeline (TANAP) im Wert von 6,5 Milliarden US-Dollar offiziell eingeweiht. Die 1.850 Kilometer lange Gasleitung erstreckt sich zwischen der türkischen Posof in der Ardahan Provinz und der griechischen Grenze (Ipsala, in der Region von Edirne). Die TANAP-Pipeline mit einer Anfangskapazität von 16 Mrd. m3/Jahr soll 6 Mrd. m3/Jahr Gas für den türkischen Markt und 10 Mrd. m3/Jahr für Europa liefern.