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Energienachrichten

Energiepolitik und regulatorische Verfahren

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat seine Gesetzgebungsstrategie zum Kohleausstieg veröffentlicht, um die Empfehlungen der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" umzusetzen. Ziel ist die Reduzierung der Kohlekapazität auf 30 GW im Jahr 2022 (davon 15 GW Braunkohlekraftwerke) und auf 17 GW im Jahr 2030 (9 GW Braunkohle), um im Jahr 2038 eine Nullkohlekapazität zu erreichen. Deutschland verfügt derzeit über rund 41 GW Kohlekraftwerkskapazität, die 2018 mehr als ein Drittel der Stromerzeugung des Landes lieferte.

Der Europäische Rat hat es versäumt, bis 2050 eine wegweisende Einigung über die Klimaneutralität zu erzielen, nachdem sich die Tschechische Republik, Estland, Ungarn und Polen geweigert hatten, ein bestimmtes Datum für Netto-Null-Kohlenstoffemissionen festzulegen. Die vier Länder sind alle von der thermischen Stromerzeugung abhängig (60% des Strommixes für die Tschechische Republik im Jahr 2018, 89% für Polen, 94% für Estland und 47% für Ungarn, wo die Kernkraft weitere 49% ausmacht).

Neuseeland hat ein Gesetz verabschiedet, das bis 2050 CO2-neutral werden soll (mit Ausnahme der Treibhausgasemissionen des Agrarsektors). Der Gesetzentwurf sieht die Einsetzung einer Klimakommission vor, die für die Ausarbeitung eines Fahrplans zuständig ist und alle fünf Jahre aktualisiert werden soll. Der Entwurf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Parlaments, die bis Ende 2019 erfolgen könnte.

Im Rahmen eines vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geleiteten Reformprogramms hat die ägyptische Regierung beschlossen, die Subventionen für die meisten Kraftstoffe bis Mitte Juni 2019 zu beenden. Das Land ist bestrebt, bis Ende 2018-2019 eine vollständige Kostendeckung für alle Brennstoffprodukte zu erreichen, mit Ausnahme von Flüssiggas (LPG) und Heizöl, das in Bäckereien und zur Stromerzeugung verwendet wird, was nicht betroffen sein wird.

Das Europäische Parlament hat neue CO2-Emissionsnormen für neue Personenkraftwagen und Lieferwagen in der EU für den Zeitraum 2021-2030 angenommen, im Einklang mit der europäischen Dekarbonierungspolitik und den Plänen zur Modernisierung des EU-Mobilitätssektors. Die Emissionen von Neuwagen müssen im Vergleich zu 2021 um 37,5% und die Emissionen von Neufahrzeugen um 31% niedriger sein.

Ende Dezember 2018 wurde in Bottrop das letzte deutsche Steinkohlebergwerk stillgelegt. Die Schließung erfolgte 11 Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2007, den subventionierten Steinkohlebergbau zu beenden und die letzten Steinkohlebergwerke bis 2018 zu schließen. Laut Angaben der RAG Stiftung, die als letzter deutscher Kohleproduzent für die Abwicklung der Steinkohleförderung zuständig ist, liegen die Produktionskosten in Deutschland (250 EUR/t) deutlich über dem Marktpreis von 80 EUR/t.

Infrastruktur & Investitionen

Das isländische Geothermie-Unternehmen Reykjavik Geothermal bereitet sich auf die Erkundungsbohrungen im September 2019 für die Entwicklung von zwei 500-MW-Geothermiekraftwerken in Corbetti und Tulu Moye (Äthiopien) vor. Die Projekte erfordern Investitionen von rund 4,4 Milliarden US-Dollar und werden 1 GW Geothermie kapazität in das nationale Netz einspeisen.
 

Energiemärkte

Saudi-Arabien hat angekündigt, dass OPEC-Mitglieder und verbündete Ölproduzenten erwägen, ihre Produktionskürzungspläne in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu verlängern, um die Lagerbestände auf ein normales Niveau zu senken. Die Entscheidung wird im Juni 2019 in einem Kontext eskalierender Spannungen im Nahen Osten nach Angriffen auf zwei saudische Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate und auf Ölanlagen in Saudi-Arabien getroffen.
 

Nach Angaben der United States Energy Information Administration (EIA) erreichte die US-Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2018 einen neuen Rekord von 742 TWh, was fast doppelt so viel ist wie im Jahr 2008 mit 382 TWh. Insgesamt stellten erneuerbare Energien 2018 17,6% der US-Stromerzeugung und 90% des Anstiegs im Zeitraum 2008-2018 kamen aus Wind- und Solarkraftwerken, da die konventionelle Wasserkraft relativ stabil blieb (+2% seit 2008, erreichte 2018 292 TWh, d.h. 6,9% des US-Stromgemischs).

Prognosen

Die japanische Nuclear Regulation Authority (NRA) hat angekündigt, dass sie nicht plant, die Fristen für Kernreaktoren zu verlängern, um die neuen Anforderungen der Terrorismusbekämpfung zu erfüllen. Infolgedessen müssen die Kernkraftwerksbetreiber Kyushu Electric Power, Kansai Electric Power und Shikoku Electric Power ihre Anlagen möglicherweise im Jahr 2020 stilllegen, wenn sie die Anforderungen nicht rechtzeitig erfüllen.