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Deutschlands letztes Steinkohlebergwerk wurde geschlossen

Do, 03/01/2019

Ende Dezember 2018 wurde in Bottrop das letzte deutsche Steinkohlebergwerk stillgelegt. Die Schließung erfolgte 11 Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2007, den subventionierten Steinkohlebergbau zu beenden und die letzten Steinkohlebergwerke bis 2018 zu schließen. Laut Angaben der RAG Stiftung, die als letzter deutscher Kohleproduzent für die Abwicklung der Steinkohleförderung zuständig ist, liegen die Produktionskosten in Deutschland (250 EUR/t) deutlich über dem Marktpreis von 80 EUR/t. Der Großteil der in deutschen Kohlekraftwerken verfeuerten Steinkohle stammt daher aus Russland, den Vereinigten Staaten, aus Australien und Kolumbien.

Das 2007 verabschiedete Steinkohlefinanzierungsgesetz legt die Bedingungen für die Beendigung der subventionierten Steinkohleförderung bis 2018 fest: Die finanzielle Belastung in Höhe von 20 Mrd. EUR für den Zeitraum 2009-2019 wurde zwischen dem Bund (15,6 Mrd. EUR), dem Land Nordrhein-Westfalen (3,9 Mrd. EUR) und der RAG AG (965 Mio. EUR ab 2012) aufgeteilt.

Im Februar 2019 soll eine Regierungskommission („Kohlekommission“) einen Fahrplan für den Kohleausstieg vorlegen, der Teil der Bestrebungen ist, Deutschland bis 2050 klimaneutral zu machen. Jedoch sieht die Bundesregierung neben dem bis 2022 beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie einen schrittweisen Verzicht auf Kohlestrom vor, um Arbeitsplätze und die Stabilität der Stromversorgung nicht zu gefährden. Die anhaltend niedrigen Großhandelsstrompreise beeinträchtigen die Rentabilität großer konventioneller Kraftwerke, wobei sich diese Situation nach dem Ausstieg aus der Kernenergie verbessern dürfte.

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